Aktueller Fall in Vorarlbergs Alpen: Treibjagd auf Wild im Tiefschnee Ende März 2019 – ein NO GO

Fall Treibjagd Alpenwild Vorarlberg

Unsere Meinung: Nicht nachvollziehbares und sinnloses „Treibjagd Töten“ an Alpen Wild + zerstörte Wildbretqualität = ein Supergau

Das wichtigste zuerst: So ein Wildstück würde bei uns in Schnann/Arlberg im Tirol niemals verarbeitet bzw. veredelt werden ! Und noch etwas – die meisten Jäger und Jägerinnen sind sehr anständige Jäger – das wissen wir aus Erfahrung.

In den Medien wird aktuell über den Fall berichtet:

Offenbar hat – laut einer Anzeige – am Samstag, den 30.3.2019, im grossen Walsertal (Fontanella, Bezirk Bludenz) im Vorarlberg eine Treibjagd mit mehreren Hunden stattgefunden, organisiert durch einen damaligen Schweizer Pächter. Zahlreiche Innerschweizer Hobby-Jäger waren mit von der Partie, sowie Teilnehmer aus Vorarlberg.

Unsere Gedanken zu diesem – wirklich am Jagd-Image nagendem – Thema und ein paar wichtige Fakten

Vermutlich ging es hier um die reine Gier eines einzelnen Menschen aus der Schweiz. Die Pacht lief am 31.3.2019 aus. Dieses Datum ist im Vorarlberger Jagdgesetz so bestimmt – die neue Pachtperiode beginnt mit 1.April eines Jahres.

Durch die Jagdbehörde wurde vermutlich in diesem Jagdgebiet die Schonzeitaufhebung für bestimmte Wildarten bestimmt – nur so konnte dieser Jäger das überhaupt machen. Das bedeutet grundsätzlich, man darf (und muss vielleicht sogar aufgrund bestimmter Umstände sogar (Tuberkulose, Waldschäden, usw.) Wild unabhängig von den gesetzlichen Schonzeiten erlegen. Es kommt eben darauf an, was im Schreiben der Jagdbehörde genau drinnen steht.

Auf jeden Fall ist die Jagdmethode für die Ausübung der Jagd im Vorarlberger Jagdgesetz/Jagdverordnung nicht vorgeschrieben bzw. verboten. Das bedeutet im Klartext: Die Treibjagd ist zulässig. Was wir davon halten im Bezug auf die Wildbretqualität steht HIER

Wichtig zu wissen über Jagdbehörden und über den Verein „Vorarlberger Jägerschaft“:

  • Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern Österreichs ist die Vorarlberger Jägerschaft ein freiwilliger Verein ohne Zwangsmitgliedschaft. In allen anderen Bundesländern (Tirol, Salzburg usw.) sind die Jägerschaften Institution Öffentlichen Rechts und gleichzeitig Jagdbehörde mit Pflichtmitgliedschaften der Jagdkarteninhaber.
  • Da die Vorarlberger Jägerschaft ein Verein ist mit freiwilliger Mitgliedschaft hat sie so gut wie keine Handhabe und rechtlichen Möglichkeiten bei Verstössen. Vielleicht gehört das schleunigst geändert in eine Institution Öffentlichen Rechts ?

Die Vorarlberger Jagdbehörde sind die Bezirkshauptmannschaften Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Bludenz. Alle rechtlichen Möglichkeiten und Bestimmungen liegen dort bzw. bei der Landesregierung mit möglichen Verordnungen.

Noch etwas muss man wissen:

In der Schweiz dauert die Jagdausbildung mind. 2 Jahre lang bis zur finalen Prüfung – ist also sicher hochwertig. In der Schweiz wird gesundes Wildbret sehr geschätzt. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass durch die Patentjagd die Jagd mehr im Volk verankert ist?

Auf jeden Fall liebt die Schweizer Bevölkerung Wildbret und bezahlt auch einen angemessenen Preis dafür. Das dürfte vermutlich auch in diesem Fall ein Thema gewesen sein. Die Pachtpreise in Vorarlberg sind hoch und man wollte vermutlich noch schnell ein paar Kilo Wildbret mit in die Schweiz mitnehmen. Der Pächter kann es mit geringsten Kosten in die Schweiz einführen.

Schade bei diesem Krisenfall:

  • Die Wildbretqualität dürfte nicht viel (eigentlich gar nichts) hergeben, da spät nach dem Winter erlegtes Wild geringes Gewicht hat und die Fettreserven aufgebraucht sind
  • Durch den enormen Stress bei dieser aggressiven Treibjagd im hohem Schnee dürfte das Fleisch so „richtig nichts Wertvolles“ sein
  • Der persönliche Schaden für alle an der Jagd beteiligten Jäger ist enorm – willkommen ist man in seinen eigenen Kreisen nicht mehr
  • Der Imageschaden durch Verallgemeinerung für alle Jäger in der Bevölkerung sehr nachhaltig ist

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